INQA-Coaching: 80 % Zuschuss für die Beratung zur KI-Einführung
INQA-Coaching übernimmt 80 % der Beratungskosten – bis 11.520 € – wenn ein autorisierter Coach den Wandel im Betrieb begleitet. Was das für die Einführung eines KI-Voicebots bedeutet und was nicht gefördert wird.
Das Wichtigste in Kürze
- INQA-Coaching fördert 80 % der Beratungskosten – maximal zwölf Beratungstage à 1.200 €, also bis zu 11.520 € Zuschuss – für einen autorisierten Coach, der den Veränderungsprozess im Betrieb begleitet.
- Gefördert wird der Beratungs- und Beteiligungsprozess, nicht die Software. Einrichtung, Lizenzen und Schnittstellen eines Voicebots bezahlt das Programm nicht.
- Voraussetzungen: unter 250 Beschäftigte, mindestens zwei Jahre am Markt, mindestens eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle. Das Programm läuft nach neuer Richtlinie bis 2028.
Stand September 2026 · Förderprogramme ändern sich kurzfristig; alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Richtlinien der Förderstellen.
Ein KI-Voicebot verändert mehr als das Telefon. Wer nimmt künftig welche Anrufe an? Was macht die Empfangskraft mit der gewonnenen Zeit? Wie erklärt man dem Team, dass die KI entlastet und nicht ersetzt? Genau für diese Fragen gibt es ein Bundesprogramm mit einem der höchsten Fördersätze überhaupt – INQA-Coaching. Es passt zur Einführung eines KI-Telefonassistenten, aber anders, als viele erwarten.
Was INQA-Coaching fördert
INQA steht für die Initiative Neue Qualität der Arbeit des Bundesarbeitsministeriums. Das Coaching, finanziert aus dem Europäischen Sozialfonds Plus, unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, Arbeitsprozesse im digitalen Wandel neu zu gestalten – gemeinsam mit den Beschäftigten. Themen sind unter anderem Digitalisierung der Arbeitswelt, Prozesse und Arbeitsorganisation.
Die Eckdaten:
| Kriterium | Regelung |
|---|---|
| Fördersatz | 80 % des Coach-Honorars |
| Umfang | bis zu 12 Beratungstage à 8 Stunden, Höchstsatz 1.200 € netto pro Tag |
| Maximaler Zuschuss | 11.520 € (Eigenanteil 2.880 €) |
| Zeitrahmen | Coaching innerhalb von 7 Monaten nach Ausgabe des Coaching-Schecks |
| Häufigkeit | einmalig je Unternehmen |
| Wer berät | ausschließlich autorisierte INQA-Coaches aus dem offiziellen Pool |
Was nicht gefördert wird – und warum das wichtig ist
INQA-Coaching bezahlt keine Software, keine Lizenzen, keine Einrichtung und keine Schnittstellen. Die Richtlinie ist eindeutig: Gefördert ist das Beratungshonorar, sonst nichts – nicht einmal Fahrtkosten des Coaches. Wer hofft, damit 80 % der Voicebot-Rechnung zu decken, wird enttäuscht.
Was das Programm dagegen kann: den Veränderungsprozess rund um die Einführung strukturieren. Ein typisches Coaching-Projekt heißt dann etwa „KI-gestützte Kundenkommunikation und Entlastung des Teams“ – mit Analyse der Anrufströme, Neuverteilung von Aufgaben, Einbindung der Mitarbeitenden in einem Lab-Team und einem Umsetzungsplan. Die technische Umsetzung, also der KI-Voicebot selbst, wird separat beauftragt und über andere Programme oder aus eigener Kraft finanziert.
Wichtig
Der Coach muss unabhängig sein. Ihre Telefonzentrale e.K. kann nicht gleichzeitig Coach und Umsetzer sein. Sinnvoll ist eine Arbeitsteilung: Der INQA-Coach begleitet den Wandel, wir liefern die Technik – und stimmen uns mit dem Coach über Abläufe und Schnittstellen ab.
Wer antragsberechtigt ist
- Rechtlich selbstständige Unternehmen, Freie Berufe und gemeinnützige Unternehmen mit Sitz und Arbeitsstätte in Deutschland – also auch Praxen und Kanzleien
- Weniger als 250 Beschäftigte und höchstens 50 Mio. € Umsatz oder 43 Mio. € Bilanzsumme
- Mindestens zwei Jahre am Markt
- Mindestens eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle im letzten Geschäftsjahr und beim Start (Geschäftsführung, Azubis und Minijobs zählen nicht)
Ausgeschlossen sind Betriebe mit öffentlicher Beteiligung von 25 % oder mehr, Unternehmen in Insolvenz und Betriebe, die INQA-Coaching bereits genutzt haben.
So läuft das Verfahren
- Kostenlose Erstberatung bei einer INQA-Beratungsstelle in Ihrer Region. Dort wird geprüft, ob Ihr Vorhaben passt.
- Sie erhalten einen Coaching-Scheck und wählen einen autorisierten Coach aus dem Pool – die Beratungsstelle darf keinen empfehlen.
- Das Coaching läuft in drei Phasen: Analyse, Lab-Phase mit dem Team, Umsetzung.
- Sie zahlen das Honorar zunächst vollständig und stellen innerhalb eines Monats nach Abschluss den Erstattungsantrag bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See.
Rechnen Sie mit etwa einem Jahr vom Erstgespräch bis zur Auszahlung und mit spürbarem internen Zeitaufwand – das Programm lebt von der Beteiligung der Beschäftigten.
Für wen sich das lohnt
INQA-Coaching passt zu Betrieben, bei denen die Einführung des Voicebots Teil einer größeren Neuorganisation ist: Empfang, Disposition, Kundenservice werden neu aufgestellt, das Team soll mitgenommen werden. Für einen Handwerksbetrieb mit drei Büroplätzen, der einfach abends erreichbar sein will, ist das Programm zu schwer. Dort führt der schnellere Weg über einen Landeszuschuss oder den KfW-Förderkredit.
Das Ergebnis
Ein Veränderungsprozess, den der Bund zu 80 % bezahlt – und ein Team, das die KI von Anfang an als Entlastung versteht.
Fördermittel-Check
Sie planen mehr als nur ein neues Telefon? Wir sagen Ihnen, ob INQA-Coaching zu Ihrem Vorhaben passt und wie sich Coaching und Technik sauber trennen lassen.
Häufige Fragen
Nein. Gefördert wird ausschließlich das Honorar eines autorisierten Coaches für die Begleitung des Veränderungsprozesses. Software, Einrichtung und Schnittstellen sind ausgeschlossen.
Ja, Freie Berufe sind antragsberechtigt, sofern die Praxis mindestens zwei Jahre besteht und eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitkraft beschäftigt. Für Praxen ohne Vorsteuerabzug ist auch die Umsatzsteuer zuwendungsfähig.
Nach der im Juni 2026 veröffentlichten neuen Förderrichtlinie sind Coachings bis Ende 2028 vorgesehen. Beratungsstellen geben Auskunft zu den aktuellen Fristen.
Stand: September 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die Förderrichtlinie des BMAS und die Auskunft der INQA-Beratungsstellen. Kein Rechtsanspruch auf Förderung.
Kostenloser Fördermittel-Check
Was ist für Ihren Betrieb realistisch?
Fünf Angaben genügen. Wir sagen Ihnen in wenigen Minuten, welches Programm passt, und gliedern das Angebot so, dass es zur Richtlinie passt – unverbindlich. Den Antrag stellen Sie selbst oder mit Ihrem Steuerberater; in vielen Programmen dürfen wir das nicht übernehmen.
- PLZ
- Mitarbeiterzahl
- Branche
- Investitionsvolumen
- Wunschlösung
Alle Programme im Überblick
Bundesweit
Nach Bundesland
Baden-Württemberg
Kredit + 5 % Tilgungszuschuss
L-Bank Digitalisierungsfinanzierung
LandeszuschussBayern
50 %, bis 30.000 €
Digitalbonus.Bayern
Kein LandeszuschussBerlin
Landesprogramme beendet
Nur Bundesprogramme
LandeszuschussBrandenburg
50 %, bis 250.000 €
BIG-Digital (ILB)
LandeszuschussBremen
40 %, bis 17.000 €
Digitaler Mittelstand KI
Beratung / KreditHamburg
50 % Konzept, bis 7.500 €
Digital Check · Hamburg-Kredit Digital
Beratung / KreditHessen
bis 50 % Beratung
DIGI-Beratung (RKW)
LandeszuschussMecklenburg-Vorpommern
50 %, bis 50.000 €
KI-Förderung MV (TBI)
Kein LandeszuschussNiedersachsen
Digitalbonus beendet
Nur Bundesprogramme
Beratung / KreditNordrhein-Westfalen
50 %, bis 25.000 € (Pilot)
NRW.BANK.Impuls KI · MID
Beratung / KreditRheinland-Pfalz
50 % Beratung
Betriebsberatungsprogramm (ISB)
LandeszuschussSaarland
50 %, bis 20.000 €
DigitalInvest KMU
LandeszuschussSachsen
50 %, bis 30.000 € (Region Leipzig)
Digitalisierung Zuschuss (SAB)
LandeszuschussSachsen-Anhalt
50 %, bis 70.000 €
Digital Innovation (IB)
LandeszuschussSchleswig-Holstein
40 %, bis 80.000 €
DKU (WTSH)
Beratung / KreditThüringen
Festbeträge 2.500–20.000 €
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